20.6.2011
Kranich adoptiert Schneeganskücken

Jürgen Grimberg staunte nicht schlecht, als er am gestrigen Vormittag sah, dass ein gerade geschlüpftes Kücken der Schneegänse munter hinter einem Pärchen Jungfernkraniche im gemeinsam benutzten Gehege des Tierpark Ströhens herlief.

 

Zunächst dachte der erfahrene Tierpfleger, dass das Kücken sich verlaufen hätte und nur irrtümlicher weise hinter den beiden ca. 20 mal so großen Laufvögeln hinterher rannte. Als er jedoch einige Zeit später zur Kontrolle nochmals nachschaute sah er, dass das Kücken dem Kranichpaar ganz bewusst folgt und die beiden Kranicheltern sich auch liebevoll um das kleine Gänsekücken kümmern.

 

„Scheinbar ist es hier zu einer Fehlprägung gekommen" so Tierparkleiter Dr. Nils Ismer „da sich das Nest der Schneegänse in unmittelbarer Nähe der Brutstätte der beiden Jungfernkraniche befindet. Gänsekücken prägen sich in den ersten Stunden ihres Lebens auf das Tier, das ihnen am nächsten ist und nimmt dies seine Eltern an."

 

Zu der Thematik der Prägung hatte der deutsch-österreichische Verhaltensforscher, Prof. Konrad Lorenz in den Nachkriegsjahren umfangreiche Forschung angestellt und erhielt für seine Arbeit damals den Nobelpreis für Biologie.

 

Außergewöhnlich ist in diesem Fall zum einen, dass die beiden Nester so dicht beieinander gebaut wurden zum anderen, dass die Kranicheltern das junge Gänsekücken so liebevoll adoptieren. Allerdings könnte sich in den nächsten Tagen noch ein Problem einstellen, da auch die beiden Kranicheltern noch Eier in ihrem Nest haben und noch nicht abzusehen ist, ob sie die Brut zu Ende führen und wie sie reagieren, wenn die Jungen ausschlüpfen.

 

  
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