NEWS UND TERMINE 🐾

Alle Infos zu den Terminen bei uns im Tierpark oder Neuigkeiten zu unseren Tieren findet Ihr hier:

Nachwuchs bei den Asiatischen Wildeseln

15.10.2026

Bereits seit über 20 Jahren bereichern die Asiatischen Wildesel oder auch Kulanesel den Tierbestand im Tierpark Ströhen. Die optisch eher unspektakulären Tiere haben einen sehr hohen Stellenwert im internationalen Zuchtprogramm. Die eigentliche Heimat der Kulane sind trockene Halbwüsten und Steppen in Kasachstan und weiten Teilen Turkmenistans. Durch Wilderei und die Einschränkung der natürlichen Lebensräume gelten die Kulane in freier Wildbahn als stark bedrohte Tierart. Lange Zeit galten die Tiere in Kasachstan sogar als ausgestorben. Bereits der 1976 werden Kulane von der IUNC (International Union for Conservation of Nature) als stark gefährdet eingestuft. Die letzten Zählungen 2018 deuten auf einen wild lebenden Bestand von ca. 2000 Tieren hin.

In Turkmenistan sowie in Kasachstan gibt es seit 2014 Bemühungen die Tiere in geschützten Wildreservaten wieder anzusiedeln. Unter den ausgewilderten Gruppen wurden 2024 bereits erste Geburten registriert. Um weiterhin Tiere für die Wiederansiedlung zur Verfügung stellen zu können, gilt es, die Art und insbesondere eine vielfältige Genetik zu erhalten. Die Tiere werden nicht aus reinem Artenschutzglauben ausgewildert, sondern weil sie als funktionelle „Schlüsselspezies“ eine klaffende Lücke im fragilen Steppenökosystem schließen.

Daher ist der Zuchterfolg im Tierpark Ströhen bei den Kulanen besonders wichtig. 2025 wurde dem Tierpark durch das EEP (Europäisches Erhaltungszuchtprogramm) ein neuer Hengst zugeteilt. Das Tier stammt aus dem Kolmården Djurpark in Schweden und wurde gezielt nach genetischen Kriterien ausgewählt. Der Tierpark Ströhen ist mit seiner Kulanzuchtgruppe Mitglied der EAZA (European Association of Zoos and Aquaria).

Am 01. Oktober 2026 ist bereits das zweite Stutfohlen aus dieser Zuchtgruppe im Tierpark Ströhen zur Welt gekommen. Die Geburt meistern die sehr wilden Stuten ohne menschliche Unterstützung. „Wir sind sehr zufrieden, dass es bei der Geburt keinerlei Schwierigkeiten gab und Stute sowie Fohlen wohlauf sind.“ freut sich Tierparkinhaber und Tierarzt Dr. med. vet. Nils Ismer.

Ein Eingreifen in den Geburtsvorgang sowie in den ersten Lebenstagen des Fohlens ist nur dann erforderlich, wenn Komplikationen auftreten. Mit seiner über 40jährigen Erfahrung hat Tierpfleger Jürgen Grimberg schon zahlreiche Geburten betreut und kann sehr genau einschätzen, wie es seinen Schützlingen geht. „Das Fohlen stand nach wenigen Minuten auf den Beinen und hat unmittelbar das Euter der Mutter gefunden“ so Tierpfleger Jürgen Grimberg, der die Geburt am sehr frühen Morgen beobachten konnte. „Mehrmals täglich haben wir einen Blick auf Stute und Fohlen und könnten jederzeit eingreifen, aber ich habe gar keine Bedenke.“ so Grimberg weiter. „Die Mutter umsorgt das Fohlen liebevoll und unter ihrer Aufsicht wird der junge Nachwuchs in den nächsten Tagen und Wochen die Anlage im Tierpark Ströhen erkunden, die sich die Kulane mit den Trampeltieren teilen.“

 

Drei Amur-Tiger im Tierpark Ströhen geboren

01.10.2026

Dreifaches Tigerglück im Tierpark Ströhen: Zwei männliche und ein weiblicher Amur-Tiger sind am 20.08.2026 zur Welt gekommen. Die drei Jungtiere werden von ihrer Mutter Amara fürsorglich versorgt. Für das Zuchtpaar Amara und Antaris ist es bereits der dritte gemeinsame Wurf.

In ihren ersten Lebenswochen blieb die Tigerfamilie weitgehend ungestört. Die Jungtiere verbrachten diese besonders sensible Zeit geschützt in ihrer Wurfbox und wurden vom Tierpflegeteam überwiegend aus der Distanz beobachtet. Inzwischen trägt Amara ihre Jungen auch in Bereiche, die von Besuchern  eingesehen werden können. Immer häufiger wagen sich die Drillinge zudem auf eigenen, noch etwas tapsigen Pfoten aus der Wurfbox und erkunden vorsichtig ihre nähere Umgebung. Dabei bleiben sie stets in der Nähe ihrer Mutter. „Amara hat bereits zweimal Zwillinge großgezogen, diese Erfahrung merkt man ihr an. Dass es diesmal eins mehr ist, bringt sie nicht aus der Ruhe.“, lacht Großkatzen-Tierpfleger Jürgen Grimberg.

Die Geburt fällt in eine Zeit, in welcher der Tiger verstärkt in den Fokus des Artenschutzes rückt. Im Sommer diesen Jahres wurde im kasachischen Ile-Balkhash-Naturreservat erstmals seit mehr als 70 Jahren wieder ein Tiger ausgewildert. Dort war einst der heute ausgestorbene Kaspische Tiger heimisch. Genetische Untersuchungen zeigen, dass beide Tigerarten sehr eng miteinander verwandt sind und der Amur-Tiger der nächste lebende Verwandte des Kaspischen Tigers ist. Deshalb soll diese Unterart im wiederhergestellten Lebensraum langfristig eine neue Tigerpopulation begründen und die ökologische Rolle des verschwundenen Kaspischen Tigers übernehmen.

„Unsere drei Jungtiere sind kleine Botschafter einer großen Artenschutzgeschichte“, sagt Dr. Nils Ismer, Inhaber des Tierparks Ströhen. „Die Rückkehr des Tigers nach Kasachstan zeigt, dass Auswilderungen selbst bei Arten möglich ist, die in ganzen Regionen bereits verschwunden waren. Solche Entwicklungen machen Hoffnung und verdeutlichen zugleich, wie wichtig es bleibt, Lebensräume zu bewahren und die verbliebenen Tigerbestände zu schützen.“

 

5 auf einen Streich - Erdmännchennachwuchs im Tierpark Ströhen

17.09.2026

Im Erdmännchen-Bau im Tierpark Ströhen war einiges los – zunächst allerdings unbemerkt. Da die Tiere ihren Nachwuchs in unterirdischen Bauen zur Welt bringen, blieb die Geburt zunächst unbemerkt. Das genaue Geburtsdatum ist daher nicht bekannt. Die Tierpfleger gehen allerdings davon aus, dass die Jungtiere Mitte Juni geboren wurden. Erst einige Wochen später zeigten sich die kleinen Erdmännchen erstmals außerhalb des Baus.

Schon vor der ersten Sichtung hatte das Tierpflegeteam den Verdacht, dass Nachwuchs unterwegs sein könnte. „Zwei Wochenenden bevor wie sie das erste Mal sahen hatten wir eine Tiermeeting im Gehege. Dabei fiel mir auf, dass immer ein Tier im Bau blieb und die Gruppe insgesamt deutlich ruhiger war als sonst“, erinnert sich Tierpflegerin Frauke Niehus. Auch das Erscheinungsbild des ranghöchsten Weibchens deutete auf Nachwuchs hin: „Sie sah schon so aus, als würden mehrere Erdmännchen in ihr stecken“, sagt Niehus mit einem Lachen.

Für das dominante Weibchen ist es nicht der erste Nachwuchs. Bereits im Frühjahr brachte sie ein Jungtier zur Welt, ebenso im vergangenen Jahr. Dass diesmal gleich fünf Jungtiere geboren wurden, entspricht deutlich mehr der natürlichen Wurfgröße der Art. In Erdmännchengruppen bekommt in der Regel das ranghöchste Weibchen Nachwuchs, während sich anschließend die gesamte Gruppe um die Aufzucht kümmert. Sogar die ältere Schwester, die erst im Frühjahr geboren wurde und inzwischen fast ausgewachsen ist, beteiligt sich bereits intensiv an der Betreuung der Jungtiere.

Vor allem der Moment der ersten Sichtung bleibt Frauke Niehus in Erinnerung: „Das war schon etwas Besonderes. In den vergangenen Jahren hatten wir immer nur Einzelkinder. Und dann plötzlich fünf kleine Erdmännchen auf einmal. Sie sind unglaublich niedlich, wachsen aber leider viel zu schnell.“

Gründung lZNB: Niedersachsens und Bremens Zoos rücken zusammen

12.05.2026

Am 12. Mai schlossen sich insgesamt 16 Zoologische Einrichtungen zum „Landesverband Zoologischer Einrichtungen Niedersachsens und Bremens“ zusammen, um den Zoos der beiden Bundesländer eine gemeinsame Stimme zu verleihen.

Den Zoos eine gemeinsame Stimme verleihen – das ist das Ziel des neu gegründeten Landesverbandes Zoologischer Einrichtungen Niedersachsens und Bremens, kurz Landeszooverband. „Die Idee nahm bereits in der Corona-Zeit erste Formen an, seitdem treffen wir uns regelmäßig“, berichtet Dr. Nils Kramer, frischgewählter Vorsitzender des Landeszooverbandes und Direktor des Tierpark Nordhorn. In dieser Zeit sei deutlich geworden, wie wichtig eine enge Vernetzung der Zoologischen Einrichtungen sei. Diese geschehe zwar bereits auf Bundesebene durch die auf Bundesebene vertretenen Zooverbände. „Doch Vieles, was uns als Zoologische Einrichtungen betrifft, geschieht auf Landesebene. Da ist eine Vernetzung auf Landesebene ebenfalls sehr sinnvoll“, ergänzt Kramer.

Die Idee nahm über die Zeit immer konkretere Formen an – „Nun haben wir Nägel mit Köpfen gemacht“, so Kramer. Das Gründungstreffen des Landesverbandes fand am 12 Mai in der Landeshauptstadt im Erlebniszoo Hannover statt.

Mit dabei waren 16 Gründungsmitglieder aus den Verbänden der Deutschen Tierpark-Gesellschaft (DTG) e.V., des Deutschen Wildgehege-Verbandes (DWV) e.V. und des Verbandes der Zoologischen Gärten (VdZ) e.V.. Gemeinsam verabschiedeten sie ihre Satzung und wählten einen Vorstand. Zum Vorsitzenden des Verbandes wurde Dr. Nils Kramer gewählt, sein Stellvertreter ist Dr. Pierre Grothmann (Wingster Waldzoo). Andreas M. Casdorff (Erlebniszoo Hannover) hat das Amt des Schatzmeisters inne. Die Posten der Beisitzer bekleiden Philipp Bruelheide (Zoo Osnabrück), Fabian Müller (Zoo an Meer Bremerhaven) sowie Gregor Wilhelm (Tierpark Essehof). Eckhard Wiesenthal agiert als Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirates. Dieser Beirat berät den Vorstand unter anderem bei gesellschaftlichen, rechtlichen, tiergärtnerischen und pädagogischen Fragen.

Auch der Tierpark Ströhen ist Gründungsmitglied im Landeszooverband geworden.

„Wir freuen uns, Teil dieser Gemeinschaft zu sein, mit der wir unsere wichtige Arbeit noch besser präsentieren und vertreten können!“ so Tierparkinhaber Dr. Nils Ismer.

Der Kronenkranich ist das Zootier des Jahres 2026

21.01.2026

Dresden/Berlin, 21. Januar 2026 – Der Kronenkranich ist das Zootier des Jahres 2026. Mit der Auszeichnung durch die Zoologische Gesellschaft für Arten und Populationsschutz (ZGAP) machen die Kampagnenpartner auf die zunehmenden Bedrohungen dieser charismatischen Vogelart und ihrer afrikanischen Lebensräume aufmerksam. Auch der Tierpark Ströhen beteiligt sich an der Kampagne und bietet Interessierten die Möglichkeit, den Kronenkranich vor Ort zu erleben. Im Tierpark leben aktuell ein männliches und ein weibliches Tier. Ziel der Kampagne ist es, das öffentliche Bewusstsein für den Schutz der Art zu stärken und konkrete Artenschutzprojekte zu unterstützen.

Heute wurde die diesjährige Kampagne im Zoo Dresden der Öffentlichkeit vorgestellt. Als prominenter Schirmherr der Kampagne betont der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer die zentrale Rolle des Artenschutzes: „Der Kronenkranich ist mehr als ein faszinierender Vogel – er ist ein Glücksbote, ein Symbol für Frieden und ein sensibler Gradmesser für den Zustand unserer Natur. Sein Schutz erinnert uns daran, dass der Erhalt der Artenvielfalt und intakter Lebensräume eine gemeinsame Verantwortung ist, die weit über Ländergrenzen hinausreicht. Mit dem Zootier des Jahres 2026 geben wir diesem besonderen Botschafter eine starke Stimme.“

Kronenkraniche erreichen eine imposante Flügelspannweite von zwei Metern. Sie leben südlich der Sahara in Afrika. Als Glücksboten und Wächter über die Gesundheit der Menschen und des Viehs werden sie in vielen Kulturen der Sahelzone verehrt. In Uganda ziert der Kronenkranich als Wappentier sogar die Nationalflagge und gilt als Symbol für Fortschritt und Frieden, in Ruanda und Burundi steht er für Glück und Reichtum. Als besonders talentierte Heuschreckenjäger helfen Kronenkraniche, die Entstehung riesiger Wanderheuschreckenschwärme, die ganze Ernten vernichten können, einzudämmen. Vogelbeobachter aus aller Welt reisen nach Afrika, um diesen imposanten Vogel in seinem natürlichen Lebensraum zu erleben. Nicht zuletzt trägt der Kronenkranich dadurch zum Einkommen vieler afrikanischer Familien bei.

Die charismatische Kranichart ist jedoch durch Lebensraumverlust, die Zerstörung von Feuchtgebieten und menschliche Eingriffe in ihre natürlichen Lebensräume zunehmend gefährdet. Auch der verstärkte Einsatz von Chemikalien in der Landwirtschaft, die Kollision mit Stromleitungen, der illegale internationale Wildtierhandel und die direkte Bejagung durch den Menschen zur Verwendung als Nahrungsmittel oder zur Haltung als „Dekoobjekte“ in Haus- und Hotelgärten tragen dazu bei, dass die Kronenkranichbestände in vielen Regionen Afrikas seit Jahren zurückgehen. So nahm die Zahl der Kronenkraniche etwa in Ostafrika in den letzten 40 Jahren um 80% ab. In Tansania, gut drei Mal so groß wie Deutschland, leben nur noch ca. 2.000 Vögel.

Daher ist das Artenschutzengagement zahlreicher zoologische Einrichtungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Rahmen der Kampagne zur Rettung dringend nötig. Mit gezielter Öffentlichkeitsarbeit informieren sie Besucherinnen und Besucher über die Situation dieser Vögel. Gleichzeitig werden Spenden gesammelt, um konkrete Maßnahmen zum Schutz der Kronenkraniche vor Ort zu ermöglichen. Die Spendengelder fließen in ausgewählte Schutzprojekte in Kenia, Tansania und Burundi, wo Konzepte zum Erhalt der Lebensräume und zur langfristigen Sicherung der Populationen umgesetzt werden.

Mit den Kampagnengeldern sollen etwa ein Geländefahrzeug und Motorräder finanziert werden, die den Projektteams den Zugang zu den schwer erreichbaren und weitläufigen Gebieten ermöglichen. Freiwillige Helfer werden ausgebildet und ausgerüstet, um die Projektteams an verschiedenen Standorten zu unterstützen. Durch die Förderung von Naturschutzbildung und nachhaltiger Landwirtschaft mit dem Ziel zur Reduzierung von Agrochemikalien sowie dem Schutz und der Neuanpflanzung von Schlaf- und Nistbäumen, sollen die Lebensbedingungen der Kronenkranichbestände verbessert werden. Die Zusammenarbeit und Einbindung der lokalen Gemeinden stehen hierbei ganz besonders im Fokus. 

„Der Kronenkranich symbolisiert in dieser Kampagne die enge Verbindung zwischen Artenvielfalt, intakten Feuchtgebieten und die Verantwortung, die wir für den Erhalt natürlicher Lebensräume tragen“, betont Dr. Viktoria Michel, von der ZGAP. „Wenn wir die Kraniche schützen, bewahren wir zugleich wertvolle Habitate, von denen unzählige weitere Arten abhängen und direkt profitieren.“

Den gleichen Ansatz verfolgt auch die NABU International Naturschutzstiftung. Die Stiftung und der NABU setzen sich seit vielen Jahren gezielt für den Schutz der Kronenkraniche in Afrika ein und werden dieses Jahr als Kampagnenpartner dazu beitragen, die Schutzbemühungen auf internationaler Ebene auszuweiten und zu intensivieren.